Braunschweiger Konzertdirektion Walter E. Schmidt

Im Jahr 1946 gründete der am 31. Dezember 1903 in Berlin geborene Walter Ernst Schmidt die „Braunschweiger Konzertdirektion“. Seit nunmehr 70 Jahren bringt die Braunschweiger Konzertdirektion Walter E. Schmidt in ihren Philharmonischen Meisterkonzerten die internationalen Größen der Klassikszene nach Braunschweig.

Team

 

Burkhard Glashoff

Geschäftsführung & Programmplanung

Der gebürtige Hannoveraner leitet seit September 2013 als Geschäftsführer die Geschicke der Braunschweiger Konzertdirektion Walter E. Schmidt. Er studierte Musikwissenschaft und Schulmusik und spielt selbst Klavier, Klarinette und Saxophon. Im Jahr 2000 wagte er den Sprung ins Konzertmanagement und organisierte das Klassik- und Crossover-Programm für die Weltausstellung EXPO 2000 Hannover. Anschließend begann er als Musikmanager bei der Konzertdirektion Schmid und stand dort seit 2005 der Tourneeabteilung vor. Als Musikpädagoge beschäftigt er sich intensiv mit der Herausforderung, neues und junges Publikum in die Konzertsäle zu locken und für die Faszination der klassischen Musik zu begeistern.

Foto © Björn Lexius

Lydia Daniel

Konzertbüro

Die gebürtige Braunschweigerin leitet seit 1998 das Konzertbüro der Braunschweiger Konzertdirektion. Dazu gehören insbesondere die örtliche Durchführung und Organisation der Konzerte sowie Betreuung der Künstler und Abonnenten. Sie besuchte die Städtische Musikschule, hatte dort Klavierunterricht, studierte später Gesang und war Mitglied im Extrachor des Staatstheaters. Bis 1998 Tätigkeit war sie als Projektleiterin im Veranstaltungsbüro der Stadthalle Braunschweig tätig.

Foto © Martin Winrich Becker

 

Geschichte der Konzertdirektion

„Die Stadthalle eröffnet dem Veranstalter alle Möglichkeiten künstlerischer Entfaltung, sie erlaubt ihm auch nach den Sternen zu greifen. Das wird schon jetzt sichtbar an dem Programm der Braunschweiger Meisterabende.“ Für diese Sternstunden mit weltberühmten Ensembles und Solisten, zeichnete sich insbesondere der Autor dieser schwärmerischen Zeilen verantwortlich: Walter E. Schmidt, der als junger Mann nicht im Traum dran dachte, Konzertveranstalter zu werden. Doch wie viele Menschen dieser Generation stellten äußere Ereignisse die Lebensweichen, - so wie auch bei dem 1903 geborenen Berliner: Die Weltwirtschaftskrise fegte den jungen Bankanagestellten aus dem Job, der Krieg verhinderte den Aufbau einer neuen Existenz in der Werbung und verschlug ihn nach Alsbach (Westerwald), wo er auf die die Idee kam, für Flüchtlinge Konzerte zu arrangieren. Die Lizenz der Amerikaner dafür ließ jedoch auf sich warten und so erhörte er schließlich einen Ruf eines Vetters aus Braunschweig, Regisseur am völlig zerstörten Staatstheater, der für den Neuaufbau einen Leiter für das künstlerische Betriebsbüro suchte. Hier angekommen ließ ihn der Gedanke eines Konzert-Arrangements nicht mehr los. Mit einer vorläufigen Lizenz der Engländer in der Tasche organisierte er die ersten Sinfoniekonzerte des heutigen Staatsorchesters in der Turnhalle der Kant-Hochschule und gründete kurz darauf, im Januar 1947, die Konzertreihe „Meisterabende für Werktätige“. Schauplatz der ersten „Meisterabende“ war das nach dem Krieg eben erst wieder aufgebaute Gloria-Kino an der Wendenstraße. Da das Kino auch als Varieté genutzt wurde, mischte sich in die klassischen Klänge auch schon mal das Schnauben eines Pferdes hinter den Kulissen, das ein Kunstreiter dort vergessen hatte.

Im Gründungsjahr der Meisterabende finden bereits 50 Konzerte, u.a. mit den Regensburger Domspatzen und Wiener Sängerknaben, statt. Mit dem Haus Salve Hospes fand Walter E. Schmidt 1948 eine neue Spielstätte für Ballett-, Konzert,- und Rezitationsabende. Die Währungsreform schaffte neue Möglichkeiten, der Kreis der Künstler wurde internationaler, der Publikumsandrang größer: die „Meisterabende für Werktätige“ zählte nun schon 1800 Abonnenten. Ein Wechsel in die Aula der Neuen Oberschule gab neuen Raum, den u.a. der französische Geiger Christian Ferras, Yehudi Menuhin oder der Bassist Joseph Greindl füllten. 

Entstanden aus der Zeit der Improvisation ist ein Unternehmen erwachsen, das langfristig planen musste und internationale Bindungen einging. Die Eröffnung der Stadthalle Braunschweig 1965 ermöglichte das Engagement der großen Orchester aus Berlin, London, Budapest, Den Haag, Bukarest, Warschau – dirigiert von den musikalischen Koryphäen wie Karajan, Kempe, Cluytens, Jochum. Bis heute präsentiert die Braunschweiger Konzertdirektion Walter E. Schmidt mit den Meisterkonzerten Klassik auf internationalem Niveau. Und es gilt, damals wie heute, der Satz, den Walter E. Schmidt 1965 anlässlich der Eröffnung der Stadthalle schrieb: „Die […] Stadthalle schafft freie Bahn für große Pläne, für ein großes Publikum, das hohe Ansprüche stellen darf. Die Braunschweiger erwarten viel von der Stadthalle und die Stadthalle erwartet viele Braunschweiger.“

Quelle: Stadthalle Braunschweig